Kriterium 1: Wie bekannt ist die Marke?
Eine reine Bildmarke funktioniert erst, wenn Menschen das Zeichen ohne Namen zuordnen – ein Privileg weniger Weltmarken. Alle anderen transportieren den Namen mit. Deshalb starten neue Marken praktisch nie mit einer reinen Bildmarke; sie bauen ein kombiniertes Zeichen auf, dessen Bildelement später allein bestehen kann, wenn die Bekanntheit gewachsen ist.
Kriterium 2: Taugt der Name als Zeichen?
Kurze, unverwechselbare Namen tragen eine Wortmarke allein – die typografische Gestaltung wird dann selbst zum Erkennungszeichen. Lange, beschreibende oder häufige Namen brauchen ein Bildelement als Anker. Wer beim Namen selbst zweifelt, klärt das vor der Logofrage: Das ist Aufgabe des Namings, nicht der Gestaltung.
Kriterium 3: Wo muss das Zeichen funktionieren?
Die Einsatzliste entscheidet mit: Favicon und App-Icon verlangen ein Element, das bei 16 Pixeln erkennbar bleibt – dort scheitern reine Wortmarken mit langen Namen. Fassade, Fahrzeug und Werbeartikel wiederum verzeihen keine filigranen Details. Ein Zeichen muss die kleinste und die gröbste Anwendung überleben; diese Prüfung gehört in jede Logo-Entwicklung.
Kriterium 4: Lässt sich das Zeichen schützen?
Beschreibende Wortmarken («Schweizer Treuhand») sind kaum schutzfähig, generische Symbole (Globus, Häkchen, Zahnrad) ebenso wenig. Die Recherche im Markenregister gehört vor die Einführung – die Grundlagen erklärt der Lexikon-Eintrag Markenschutz Schweiz, die Begriffe der Eintrag Wortmarke & Bildmarke.
Die pragmatische Empfehlung
Für die meisten KMU: Wort-Bild-Marke mit einem Bildelement, das perspektivisch allein funktioniert, plus definierte Varianten für kleine Flächen. Wichtiger als die Kategorienfrage ist die Systemfrage – ein mittelmässiges Zeichen in einem konsequenten Corporate Design schlägt das brillante Zeichen ohne System.
Abschluss/CTA: Steht die Zeichenfrage bei Ihnen an? Logo Design bei identiv · Erstgespräch
Kostenloses Erstgespräch anfragenAndreas Hächler, CEO identiv AG — begleitet seit 2005 Start-ups, KMU sowie Institutionen und Marken bei deren Positionierung, Branding und Kommunikation.